Küche im Pickleball: was in der Non-Volley-Zone erlaubt ist und was nicht
Kurz gesagt
Die Küche (Non-Volley-Zone) ist ein 2,13 m (7 Fuß) breiter Streifen am Netz auf beiden Seiten. Du darfst jederzeit darin stehen, aber weder aus ihr noch von ihrer Linie einen Volley spielen. Ein Fehler ist es auch, wenn dich nach einem Volley der Schwung hineinträgt.
Die Küche ist die Zone am Netz, in der nicht gevolleyt werden darf. Einen Fehler kannst du dort aber auch dann machen, wenn der Ball schon tot ist. Hier hast du Regel 11 im Detail nach dem offiziellen Rulebook von USA Pickleball 2026. Die Grundlagen der Zählweise findest du im Artikel Pickleball-Regeln.
Was die Küche ist und wo genau sie endet
Offiziell heißt sie Non-Volley-Zone, und alle nennen sie Kitchen, Küche. Nach Regel 3.A.4.c ist sie ein Rechteck von 2,13 × 6,10 m (7 × 20 Fuß) am Netz, auf jeder Seite eines. Wichtiges Detail: Die Küchenlinien sind Teil der Küche. Stehst du mit der Fußspitze auf der Linie, stehst du in der Küche.
Regel 3.A.4.c ergänzt noch etwas, das oft vergessen wird. Die Küche ist zweidimensional: Sie ist nur die Fläche am Boden und reicht nicht nach oben in die Luft. Es kommt also darauf an, was du berührst, nicht darauf, worüber du Schläger oder Hand hältst.
Was in der Küche erlaubt ist
Das überrascht viele Anfänger: Nach Regel 11.A darfst du jederzeit in der Küche stehen. Du musst nicht herauslaufen und brauchst keine Angst, sie zu betreten. Das Einzige, was du aus ihr heraus nicht darfst, ist ein Volley, also den Ball zu schlagen, bevor er vom Boden aufgesprungen ist. Jeder Volley muss außerhalb der Küche beginnen.
Einen Ball, der in der Küche aufgesprungen ist, spielst du ruhig von innen. Er ist aufgesprungen, es ist also kein Volley, und die Küche schränkt dich nicht ein.
Was ein Fehler ist
Regel 11.A hat drei Unterpunkte, und jeder davon kann dich den Ballwechsel kosten.
- 11.A.1: Ein Fehler ist es, wenn der Spieler, der einen Volley spielt, oder irgendetwas, das ihn berührt (auch der Partner), die Küche berührt.
- 11.A.2: Ein Fehler ist es, wenn dich nach dem Volley der Schwung in die Küche trägt oder in etwas, das sie berührt (wieder auch den Partner). Und das gilt auch, wenn der Ball schon tot ist.
- 11.A.3: Hast du die Küche berührt, musst du vor dem nächsten Volley beide Füße komplett außerhalb der Zone haben.
Am tückischsten ist der Schwung. Du spielst einen schönen Volley, der Ball springt auf, der Gegner bekommt ihn nicht, und du machst einen halben Schritt und berührst mit der Fußspitze die Linie. Der Ballwechsel gehört dir? Nein. Nach Regel 9.B.1 ist der Küchenfehler der einzige Fehler, den man auch bei totem Ball machen kann. Genau wegen des Schwungs.

Typische Situationen am Netz
- Volley und Landung auf der Linie. Du triffst den Volley aus der Luft, beendest den Schwung und landest mit einem Fuß auf der Küchenlinie. Fehler (11.A.2).
- Volley in der Luft über der Küche. Du stehst mit beiden Füßen hinter der Linie und lehnst dich mit dem Schläger weit über die Küche. In Ordnung, die Zone reicht nicht nach oben (3.A.4.c).
- Der Partner hält dich fest. Du stehst in der Küche und packst deinen Partner, der einen Volley spielt, am Arm, damit er nicht nach vorn kippt. Fehler für ihn, er berührt etwas, das in der Küche ist (11.A.1).
- Schritt rein und wieder raus. Du bist für einen tiefen Ball nach dem Aufsprung in die Küche gegangen. Bevor du den nächsten Volley spielst, müssen beide Füße ganz draußen sein. Ein Fuß draußen und der andere in der Luft reicht nicht (11.A.3).
Wer den Fehler ansagt
Nach Regel 9.B.3 sind Küchenfehler zusammen mit Fußfehlern beim Aufschlag die einzigen Fehler, die du beim Gegner ansagen darfst. Auf alle anderen Fehler achtet, wer sie gemacht hat. Siehst du den Gegner also beim Volley auf der Küchenlinie, darfst du das laut sagen, und der Ballwechsel gehört dir. Sind sich die Teams uneinig, wird der Ballwechsel wiederholt (9.B.3.b).
Aufschlag und Küche
Beim Aufschlag hat die Küche noch eine Sonderregel. Nach 7.E.2 ist ein Aufschlag, der in der Küche landet, ein Fehler, und nach Regel 8.C ist ein Aufschlag auf die Küchenlinie out. Das ist die Ausnahme: Sonst ist im Pickleball ein Ball auf der Linie gut. Im Ballwechsel nach dem Aufschlag funktioniert die Küchenlinie dann wie jede andere Linie. Ausführlich behandle ich das im Artikel Aufschlag im Pickleball.
Wusstest du?
- Die Küche ist laut Regeln ausdrücklich zweidimensional. Die Luft darüber gehört nicht dazu (3.A.4.c).
- In der Küche kannst du das ganze Match stehen. Verboten ist nur der Volley (11.A).
- Den Fehler durch den Schwung kann dir der Gegner auch ansagen, nachdem der Ball tot ist (11.A.2, 9.B.1).
- Ein Aufschlag auf die Küchenlinie ist out (8.C), während bei jedem anderen Ball gilt, dass du „out“ nur ansagst, wenn du zwischen Linie und Ball klar eine Lücke siehst (8.E).
Die Zwei-Bounce-Regel, die eng mit der Küche zusammenhängt, findest du im Artikel Zwei-Bounce-Regel im Pickleball.
Häufige Fragen
Darf ich die Küche betreten, wenn der Ball gar nicht dorthin kommt?
Ja. Regel 11.A verbietet nur den Volley. In der Küche stehen kannst du jederzeit, etwa wenn du auf einen Ball wartest, der aufspringen wird.
Was ist, wenn ich hinter der Linie stehe und erst nach dem Schlag in die Küche kippe?
Das ist ein Fehler nach Regel 11.A.2. Der Schwung nach dem Volley zählt, und zwar auch dann, wenn der Ball nicht mehr im Spiel ist.
Gehört die Linie zur Küche?
Ja. Nach Regel 3.A.4.c sind die Linien Teil der Zone. Ein Fuß auf der Linie beim Volley ist ein Fehler.
Darf mir der Gegner einen Küchenfehler ansagen?
Ja. Nach Regel 9.B.3 sind Küchenfehler und Fußfehler beim Aufschlag die einzigen Fehler, die beim Gegner angesagt werden.
Darf ich einen Ball, der in der Küche aufgesprungen ist, von innen spielen?
Ja. Nach dem Aufsprung ist es kein Volley mehr, die Küche spielt also keine Rolle.
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