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Squash · Im Detail

Let, Stroke oder No Let: wie im Squash Behinderungen entschieden werden

Kurz gesagt

Let heißt, der Ballwechsel wird wiederholt, Stroke ist ein Punkt für den behinderten Spieler, und No Let bedeutet, dass die Bitte nicht gilt und der Ballwechsel zählt. Entscheidend ist, ob der Gegner behindert hat, ob er versucht hat auszuweichen und ob du den Ball überhaupt gut gespielt hättest.

Im Squash teilen sich zwei Spieler eine Box, und einer steht dem anderen ab und zu im Weg. Die Regeln haben dafür drei Wörter: Let, Stroke und No Let. Wer sie versteht, spielt entspannter und streitet weniger. Der Artikel beruht auf den Regeln von World Squash (WSF) 2025, vor allem auf den Regeln 8 und 9. Die Zählweise von Punkten und Sätzen findest du im Artikel Squash-Regeln.

Ballwechsel auf einem Squashcourt: Eine Spielerin in pinken Shorts spielt den Ball, links ist der Schläger des zweiten Spielers zu sehen. An der Wand und auf dem Boden sind die roten Linien des Courts.
Ballwechsel auf einem Squashcourt: Eine Spielerin in pinken Shorts spielt den Ball, links ist der Schläger des zweiten Spielers zu sehen. An der Wand und auf dem Boden sind die roten Linien des Courts. (SHVETS production / Pexels)

Was eine Behinderung ist

Nach deinem Schlag musst du dem Gegner den Raum freigeben. Regel 8.1 sagt, was genau du ihm schuldest:

  • freie Sicht auf den Ball,
  • Zugang zum Ball,
  • Platz für einen angemessenen Schwung,
  • die Freiheit, den Ball überallhin auf die Frontwand zu spielen.

Bekommst du eines davon nicht, ist das eine Behinderung (Interference). Was dann passiert, hängt von den Umständen ab.

Wie du um ein Let bittest

Der behinderte Spieler sagt am besten „Let, please“ (Regel 8.2). Die Bitte muss sofort kommen, ohne unnötige Verzögerung. Du musst nicht eigens um einen Stroke bitten, die Bitte um ein Let schließt ihn automatisch ein. Der Schiedsrichter beurteilt dann die Situation und entscheidet: Let, Stroke oder No Let. Seine Entscheidung ist endgültig (Regeln 3.6 und 10.7).

Der Schiedsrichter darf ein Let oder einen Stroke auch ohne Bitte geben, vor allem wenn es um die Sicherheit geht (Regel 8.4).

Let, Stroke oder No Let

Regel 8.6 ist das Herzstück. Vereinfacht gehst du drei Fragen durch.

Gab es überhaupt eine Behinderung? Wenn nicht, oder wenn sie so gering war, dass sie dich nicht daran gehindert hat, den Ball zu sehen und zu erreichen, ist es No Let (8.6.1, 8.6.4). No Let ist es auch, wenn du die Behinderung überspielt, weitergespielt und erst danach gebeten hast (8.6.3).

Hättest du einen guten Return gespielt? Wenn dein Schlag ohnehin im Tin oder im Out gelandet wäre, ist es No Let (8.6.2).

Hat der Gegner versucht auszuweichen? Wenn ja, ist es ein Let, und der Ballwechsel wird wiederholt (8.6.6). Wenn nicht, ist es ein Stroke, und der Punkt gehört dir (8.6.5). Einen Stroke bekommst du auch, wenn du aus dieser Position einen Gewinnschlag gespielt hättest (8.6.7).

SituationEntscheidung
Keine oder minimale BehinderungNo Let
Behinderung, aber der Return wäre nicht gut gewesenNo Let
Behinderung, der Gegner hat versucht auszuweichenLet
Behinderung, der Gegner hat nicht versucht auszuweichenStroke
Behinderung und der Return wäre ein Gewinnschlag gewesenStroke

Bei einem Let bekommt niemand einen Punkt, und der Aufschläger schlägt erneut aus derselben Box auf (Regel 5.3). Wie der Aufschlag aussieht und wo die Linien liegen, erklärt der Artikel Aufschlag und Linien im Squash.

Ball in den Gegner

Trifft dein Ball auf dem Weg zur Frontwand den Gegner, ist das ein Stroke für dich, sofern er als guter Return direkt auf die Frontwand geflogen wäre, du zum ersten Mal gespielt und dich nicht gedreht hast (Regel 9.1.1, 9.1.2). Hast du dich gedreht, ist es ein Stroke für den Gegner, es sei denn, der Gegner hat sich absichtlich bewegt, um den Ball abzufangen. Dann ist es ein Stroke für dich (9.1.5).

Ein anderer Fall: Der Ball prallt von der Frontwand ab und trifft den Gegner, bevor du überhaupt versuchst, ihn zu spielen. Den Ballwechsel gewinnst du, sofern deine eigene Position den Treffer nicht verursacht hat. Falls doch, ist es ein Let (9.2.1).

Typische Fehler

  • Du spielst weiter und bittest erst um ein Let, wenn es nicht klappt. Eine späte Bitte ist No Let (8.6.3).
  • Du spielst den Ball, der Gegner bittet erst danach um ein Let, und der Ball geht in den Tin oder ins Out. Den Ballwechsel gewinnt der Gegner, also der, der gebeten hat (Regel 8.5).
  • Du übertreibst den Schwung, um einen Stroke zu erzwingen. Hat der übertriebene Schwung die Behinderung verursacht, ist es No Let (8.10.1). Gab es eine Behinderung, aber du hast den Schwung nur wegen des Strokes übertrieben, bekommst du ein Let, keinen Stroke (8.10.2).

Wusstest du?

  • Die Formel „Let, please“ steht direkt in den Regeln (8.2).
  • Turning hat eine eigene Definition: Der Spieler dreht sich so, dass er den Ball oder den Gegner aus den Augen verliert, oder der Ball passiert hinter seinem Körper von einer Seite zur anderen (8.13).
  • Der Schiedsrichter im Squash entscheidet an Ort und Stelle, und seine Entscheidung ist endgültig (3.6, 10.7).
  • Behinderungen gibt es nicht nur im Squash. Wie das Tennis mit Hindernissen umgeht, liest du im Artikel Let, Netz und Netzberührung im Tennis.

Häufige Fragen

  • Was ist der Unterschied zwischen Let und Stroke im Squash?

    Ein Let ist ein wiederholter Ballwechsel, niemand bekommt einen Punkt. Ein Stroke ist ein Punkt für den Spieler, der behindert wurde. No Let bedeutet, dass der Schiedsrichter die Bitte nicht anerkannt hat und das Ergebnis des Ballwechsels gilt.

  • Muss ich um ein Let bitten, oder gibt es der Schiedsrichter von selbst?

    Standardmäßig bittest du mit den Worten „Let, please“, und zwar sofort (8.2). Der Schiedsrichter darf ein Let oder einen Stroke aber auch ohne Bitte geben, vor allem aus Sicherheitsgründen (8.4).

  • Ich habe den Gegner mit dem Ball getroffen. Wer bekommt den Punkt?

    Wäre der Ball als guter Return direkt auf die Frontwand geflogen, hast du zum ersten Mal gespielt und dich nicht gedreht, bekommst du den Stroke (9.1.1, 9.1.2). Hast du dich gedreht, bekommt der Gegner den Stroke, sofern er sich nicht absichtlich in die Flugbahn bewegt hat (9.1.5).

  • Der Gegner stand mir im Weg, ist aber ausgewichen. Was bekomme ich?

    Ein Let. Hat der Gegner versucht, die Behinderung zu vermeiden, wird der Ballwechsel wiederholt (8.6.6). Einen Stroke bekommst du nur, wenn er es nicht versucht hat oder du einen Gewinnschlag gespielt hättest (8.6.5, 8.6.7).

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